Briefe die ich nie geschrieben habe

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Von Ketaminen und Verdrossenheit

Briefe die ich dir nicht vorlesen werde 

Ich sende dir jede Woche einen Brief zu, 

Und sende dir jede Woche keinen Brief zu. 

hier ist einer von den keinen. 

Hey…? Hi….? Hola…? Guten Morgen Sonnenschein…? (Es ist halb 3) Maus…? Baby….? (Auf keinen Fall Baby)

Hallo.

Ich habe heute meinen früheren Schul- und jetzigen Arbeitslosenfreund getroffen. 

Als ich ihm von dir erzählte war er so begeistert wie ich damals am ersten Tag, 

heute und bis für immer von dir.  

Als ich ihm dann von uns erzählte, das der „für immer single sein“ Kumpel mit verlustängsten und einem moderaten Suchtpotential eine Fernbeziehung führt hat er mich ausgelacht, dieses eine gemeine auslachen – das was man dem gegenüber wirklich nicht zeigen will aber auch nicht verstecken kann. Das Schuldgefühl das ich in seinen aufgerissen Augen und angeregten Mundwinkeln sah tat mir so leid das ich mit ihm lachte statt ausgelacht zu werden. 

Nach dem wir mich fertig ausgelacht haben lagen wir uns in den Armen, ich weinte wie ein kleines Kind und er küsste meinen Kopf mit der unverwechselbaren Geborgenheit einer der ehrlichsten Freundschaften die ich wohl je spüren werde. Wir lachten bis wir weinten und weinten bis wir lachten, einer dachte er kriegt einen Herzinfarkt bis ein anderer einer meinte das es nur ein Schluckauf zu sein scheint. Wir waren breit.

.Entertain us to death. 

Er gab mir ein paar Pferdemedikamente, Ketamine, S-Ketamin -oder wie die Dinger jetzt heißen- genau die, die ich niemals mehr nehmen werde, wollen, würde; genau die, die ich dir verschweigen werde und die von denen ich dir Beichten werde. Ich nehme eine line vom einen bis zum anderen Bildschirmrand des iPhone 17 Pro Max – oder wie die Dinger jetzt heißen – und denke daran wie groß diese scheiß Handys mittlerweile geworden sind bis ich daran denke wie groß diese scheiß Line jetzt geworden ist. Dann war da noch was aber das hab ich vergessen.
Jetzt vergessen.

Du dummer kleiner wichser. – 

Das war der Plan? 

Du liegst in Embryonalstellung und „denkst“ – wenn das in dem Zustand noch möglich ist – daran das du nicht mehr an sie denken willst. 

Aber eigentlich schwitzt du nur die Schmerzmittel aus. 

Kummer ist Liebe die nirgendwo hin kann,  ich kann auch nirgendwo hin, meine Beine tragen mich nichtmal zum Klo und mein Hahnausgang den Orin nicht bis ins Gemach.

Ich kann nicht mal mehr gerade stehen wie dann überhaupt zu mir? When your legs don’t work like they used to before, dann weil du genauso wenig Rückgrat wie Ed Sheeran hast oder du auf Ketamin bist. Oder beides im Falle von Ed.

Meine Zuckungen zeugen in ihrer Willkürlichkeit nicht einmal mehr von Bewegungen. 

Zum Glück kann man gar nicht nach Glasgow gehen, man würde verhungern oder ersticken. Heute fliege ich nach Glasgow genauso wie morgen und der Tag davor. Ich wache Zuhause auf und liege nicht mehr in meinem Bett, bevor ich schlafen gehe träume ich von Dir. Ich bin mindestens 16 Stunden am Tag bei dir und du bist mir selbst jetzt das wichtigste auf der Welt, obwohl das Taschentuch welches das Blut in meiner Nase und von meinem weißen T-shirt hält Prioritäten haben sollte. 

Ich verlaufe, ich laufe aus und in mich rein und werde davon geplackt nicht allein aber auch nie bei dir zu sein. 

Ich fliege, im Hohlraum, der Boden der nicht mehr unter meinen Füßen ist wurde weg gezogen. 

Das einzige was mich lenkt ist der Gedanke an dich. 

Aber jede Erinnerung verfälscht den Ursprung, jedes erinnern ist eine weitere Lüge.

Ich springe ab und werde nie nie niemals landen. 

Ich werde wieder rückfällig oder ich tu es einfach nicht. 

15 Minuten später ist der Gedankenrausch vorbei. 

Keine Pferdemikamente aber dafür eine Nachricht auf deinem Handy: „hey hier ist ein Brief den ich dir nicht vorlesen konnte, ich liebe dich.“ 

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