Sie spürt ihn, in ihrem Nacken, an der Kälte die sich runterschleicht, an den starr gewordenen Armen, an den Fingern die in ihren Handballen bohren, den Knien die weich wie Treibsand werden und Schritten die den Boden streicheln. Die Jägerin wird zur Beute, wird beobachtet statt zu beobachten, jedes Geräusch wird zur Frage, jede Frage zur Angst und jede Angst zur Frage. Tief steckt sie drin, so tief wie das Meer an grauen Tagen, wie die Dunkelheit nach einem Albtraum, die Brust der Mutter und der Weg zum Vater, tief wie der Fall von einer unbekannten Höhe. Doch sicher ist sie sich, sicher wie das Bett bequem, die Schuhe trocken, die Dusche warm, das Brot sättigend, der Reis frei von Maden. Er muss hier sein, der Kleinfuß. Sein Gestank reizt ihre Nase, wie die Piste im Klo, wie der Duft von Zuchtblumen, die Trockenheit nach dem Fieber, wie das falsche Parfüm der richtigen Oma und das Leder eines Kalbes. Er liebt sie, er liebt wie das Kind sein zerfleddertes Tuch, wie der Papa seine Arbeit, wie die Mutter ihre Rezepte, die Oma ihre Tochter und der Onkel seinen Partner, wie der Lehrer seine Schüler, der Bauer seinen Traktor, der Politiker sein Gehalt, der König seinen Ruhm, der Fleischer seine Leichen und der Bestatter seine Särge. Die Jägerin wird beobachtet, sie wird nicht gejagt, denn das macht sie. Sie findet ihn, den Kleinfuß. Er war die ganze Zeit da, wie die Kälte an grauen Tagen, wie starr gewordene Arme nach einem Albtraum, wie die weichen Brüste der Mutter und der Handballen vom Vater. Er beobachtete nicht, nein er fühlte, wie das bequeme Klo, das trockene Brot, die Dusche der richtigen Oma, die Maden am Kalb. Er liebte nicht, er hasste, wie ein Kind den Sarg, wie Papa sein Gehalt, die Mutter ihren Partner, die Oma ihre Leichen, der Onkel den Politiker, wie die Schüler ihren König, der Bauer seine Arbeit und der Bestatter seinen Ruhm. Doch sie jagte.